Neuigkeiten im Kinderkrebsregister

30.03.2017 19:25

Validierung von Selbstangaben zum Hörvermögen mit medizinischen Unterlagen

Das SKKR hat eine neue Studie zum Thema “Validierung von Selbstangaben zum Hörvermögen mit medizinischen Unterlagen”.

Die vollständige Publikation finden Sie hier: journals.plos.org/plosone/article

 

Kurzzusammenfassung:

Kernaussagen:

  • Personen, die eine Krebserkrankung während der Kindheit hatten und deswegen nun schwerhörig sind, berichten davon zuverlässig im Fragebogen.
  • Personen, die nur leicht schwerhörig sind oder nur auf einem Ohr schlechter hören, geben dies weniger oft an als Personen, die stark schwerhörig sind.

Unsere Fragestellung

Wir wollten herausfinden, wie Personen, die während ihrer Kindheit Krebs hatten, ihr Hörvermögen beschreiben und ob dies mit ärztlichen Hörtests übereinstimmt.

Weshalb ist die Fragestellung von Interesse?

Wenn Kinder aufgrund einer Krebserkrankung am Kopf bestrahlt oder mit platinhaltigen Medikamenten behandelt wurden, kann Schwerhörigkeit die Folge sein. In grossen Studien, wie die Swiss Childhood Cancer Survivor Studie, werden häufig Fragebögen verwendet, um ehemalige Krebspatienten nach Ihrer Gesundheit zu fragen. Wir wissen jedoch nicht, ob diese Fragebögen das Hörvermögen richtig erfassen können.

Schweizerische Studie zur Gesundheit von Personen mit einer Krebserkrankung im Kindesalter

Alle Kinderkrebspatienten in der Schweiz, bei denen die Krankheit mehr als 5 Jahre zurückliegt, haben von uns einen Fragebogen erhalten. Dieser beinhaltet Fragen zu Hörproblemen. Es haben 361 ehemalige Kinderkrebspatienten entweder eine Kopfbestrahlung oder/und eine platinhaltige Medikamente erhalten. Für diese Personen haben wir in Spitälern die medizinischen Angaben zum Hörvermögen gesammelt und mit den Angaben im Fragebogen verglichen.

Unsere Ergebnisse

Bei 86% der Personen stimmten die Angaben aus dem Fragebogen mit den medizinischen Unterlagen überein. Fast alle (92%) Personen, die normal hören, haben dies im Fragebogen richtig angegeben, bei schwerhörigen Personen waren es 68%. Personen, die nur leicht schwerhörig sind oder nur auf einem Ohr schlechter hören, geben dies weniger oft an als Personen, die stark schwerhörig sind.

Was folgt daraus?

  •  Fragebögen sind geeignet, um Schwerhörigkeit in großangelegten Studien zu untersuchen.
  • Jedoch sollten zusätzliche gezielte Fragen verwendet werden, um leichte oder einseitige Hörprobleme besser zu erkennen.

 

Weitere Informationen:

Annette Weiss, Email: annette.weiss[at]ispm.unibe.ch

 


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